Was ist Brustkrebs?

Der Brustkrebs (Mammacarcinom) ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jede 14. Frau bekommt ihn, Tendenz leicht steigend. Die Heilungschancen sind durch Frühdiagnostik wesentlich besser geworden. Frühdiagnostik ist nur durch Selbstuntersuchung der Brust möglich. Eine Basismammographie und Ultraschalluntersuchung wird mit 35 Jahren empfohlen, ab 40 Jahren sollte alle 1-2 Jahre mammographiert und geschallt werden.

Risikofaktoren für das Mammacarcinom sind: Brustkrebs bei Verwandten 1. Grades, einige Mastopathieformen (gutartige Brusterkrankung), frühe Menarche (1. Regelblutung), späte Menopause (letzte Regelblutung), Kinderlosigkeit, späte Erstgeburt, Bestrahlung der Brustwand (ionisierende Strahlen) aber auch erhöhter Alkoholkonsum, Fettsucht und Östrogeneinnahme.

Diagnose

Jeder neu in der Brust aufgetretene Knoten muss vom erfahrenen Arzt untersucht werden. Spezial-Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) sowie Ultraschalluntersuchung (Sonographie) werden zur weiteren Diagnostik beigezogen.

Weitere Untersuchungen sind Magnetresonanz-Tomographie (MR), Untersuchung der Drüsengänge mit Kontrastmittel (Galaktographie) sowie die Punktion und Untersuchung des Punktates unter dem Mikroskop (Zytologie).

Behandlung

Neu aufgetretene und einzelne Knoten der Brust sollten immer histologisch abgeklärt werden. In den meisten Fällen ist die operative Entfernung (Exstirpation) des Tumors, also des Knotens notwendig. Dieser Eingriff geschieht in Narkose oder Lokalanästhesie. Knoten bestimmter Größe können auch computergesteuert ausgestanzt werden (System Mammotom).

Wird durch histologische Untersuchung, präoperativ durch Stanzbiopsie oder während der Operation (Schnellschnitt- oder Gefrierschnitt-Untersuchung) oder postoperativ die Diagnose “Carcinom” gestellt, so muss eine dem Krebs entsprechende Operation durchgeführt werden. Das bedeutet entweder die Entfernung der ganzen Brust, oder eine brusterhaltende Operation mit einem genügenden Sicherheitsabstand zum Tumor, um ein späteres Wiederauftreten (Rezidiv) des Krebses verhindern zu können. Etwa 80% aller Fälle von Brustkrebs lassen sich brusterhaltend operieren.

Das Lymphabflussgebiet der Brust ist in der operativen Behandlung mit zu berücksichtigen: entweder durch Lymphdrüsenausräumung der Achselhöhle (axilläre Lymphadenektomie) oder durch gezielte Entnahme des leitenden Lymphknotens in der Achselhöhle (Sentinel-Lymphknoten). Ist der Sentinel-Lymphknoten negativ (nicht Tumor-befallen) so müssen die übrigen Achsellymphknoten nicht entfernt werden. Dadurch ist die gefürchtete postoperative Armschwellung zu vermeiden.

Eine komplette Entfernung der Brust (modifiziert radikale Mastektomie, d.h. Belassung der Brustmuskulatur) ist notwendig bei zentralem Tumorsitz (hinter der Brustwarze) sowie größeren Tumoren. Bei kleineren Tumoren (2cm und kleiner) und peripherer Tumorlokalisation (einige cm peripher der Brustwarze) ist in der Regel ein brusterhaltendes Vorgehen möglich.

Nachbehandlung

Je nach histologischem Befund, Hormonbefund am Tumor (Hormonrezeptoren) sowie Befund der Lymphdrüsen (befallen oder nicht befallen) wird eine Chemotherapie und/oder Hormontherapie angeschlossen. Bei brusterhaltenden Operationen soll die Restbrustdrüse bestrahlt werden. Für die Nachbehandlung nach Brustkrebs gibt es speziell ausgebildete Ärzte (klinische Onkologen). Eine Wiederherstellung der weiblichen Brust ist prinzipiell möglich, sowohl zum Zeitpunkt der Krebsoperation, als auch später.

Gutartige Brusterkrankungen

In der weiblichen Brust treten Zysten, gutartige drüsige Geschwülste (Adenome) sowie verschiedene Formen der Mastopathie auf. Ein Risikofaktor hinsichtlich Brustkrebs ist die proliferative Hyperplasie. Mammographie und Sonographie sind diagnostisch hilfreich, in vielen Fällen kann eine Operation Klarheit schaffen.

Gynäkomastie

Darunter versteht man eine hormonell bedingte Brustdrüsenvergrößerung beim Mann. Nach entsprechender hormoneller Abklärung ist die operative Entfernung die häufigste Behandlungsform.

Weitere Informationen
Prim. Univ.-Prof. Dr. Albert Tuchmann, FACS
Vorstand der Chirurgischen Abt. am SMZ Floridsdorf
1010 Wien, Liebiggasse 4 / Top 12
Tel.: +43 1 406 36 18
info@tuchmann.at