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Was ist Dickdarmkrebs?
Dickdarmkrebs (colo-rectales Carcinom, Coloncarcinom, Rectumcarcinom - Carcinom des Mastdarms) zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen, Tendenz steigend. Die Entstehung dieser Erkrankung hängt mit Ernährungsgewohnheiten der Zivilisationsgesellschaft, wie hoher Fettgehalt und wenig Ballaststoffen zusammen. Bei 10% aller Fälle liegt eine genetisch bedingte Vererbung vor.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?
Durch Stuhluntersuchung auf Blut (Hämocculttest). Carcinomvorstufen sind Dickdarmpolypen, die sich durch Blutung bemerkbar machen. Weitere Risikofaktoren für das Entstehen eines Coloncarcinoms sind: Colitis ulcerosa sowie familiär bedingte Polyperkrankungen. Bei geringstem Verdacht wie z.B. Blut am oder im Stuhl sowie Änderung der Stuhlgewohnheiten soll eine Dickdarmspiegelung (Coloskopie) veranlaßt werden. Ab dem 50. Lebensjahr soll eine Coloskopie als Prophylaxe durchgeführt und alle 5 - 10 Jahre wiederholt werden.

Diagnose
Die wichtigste Maßnahme ist die Coloskopie (Spiegelung des gesamten Dickdarms), die mit einem 1m langen, 1cm dicken, schlauchförmigen optischen System durchgeführt wird. Meist kann der Patient die Untersuchung auf einem Bildschirm (Videoendoskopie) verfolgen. Die Untersuchung ist unangenehm bis leicht schmerzhaft, jedoch den meisten Patienten ohne Narkose zumutbar. Die Coloskopie kann aber auch in Narkose oder weitgehender Ruhigstellung (Sedoanalgesie) durchgeführt werden.

Weitere Untersuchungen sind: Irrigoskopie (Röntgenuntersuchung mit Kontrastmitteleinlauf), Endosonografie (Ultraschalluntersuchung durch eine in den After eingeführte Sonde), Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MR) und und virtuelle Coloskopie (CT-Colografie).

Behandlung
Die Behandlung des Dickdarmkrebs ist in erster Linie chirurgisch: der entsprechende Dickdarmabschnitt wird mit gehörigem Sicherheitsabstand vom Tumor sowie den zugehörigen Lymphknoten entfernt, die offenen Darmenden miteinander wieder verbunden (durch Nähte oder Klammern). Bei fortgeschrittenem Mastdarmkrebs (Rektum carcinom) kommt eine neo-adjuvante (präoperative) Strahlen- und Chemotherapie in Frage.

In den seltenen Fällen eines dem After unmittelbar anliegenden Tumors ist eine sogenannte Rectumexstirpation mit dauerhaftem Bauchafter (künstlicher Ausgang, Colostomie, Anus praeter) notwendig. Alle diese Operationen werden in Vollnarkose mit Bauchschnitt durchgeführt.

In letzter Zeit ist es auch möglich, das colo-rectale Carcinom laparoskopisch (operative Entfernung mittels Bauchspiegelung) zu operieren. Diese Operationen sind nur speziell geübten Chirurgen vorbehalten.

Gutartige Dickdarmtumore
Adenome oder Polypen können oft mit Coloskopie abgetragen werden. Diese coloskopische Polypektomie stellt eine wichtige Krebsprophylaxe dar, da man weiß, daß aus gutartigen Polypen später Dickdarmcarcinome entstehen können.

Manche Tumore des Mastdarms können durch den After hindurch (transanal) entfernt werden, auch unter Anwendung moderner endoskopischer Verfahren (TEM- Transanale Endoskopische Mikrochirurgie).

Prognose
Je früher operiert wird, desto besser ist die Prognose: 90% Heilung im frühesten Tumorstadium, 30-50% bei Tumorausdehnung in den Lymphknoten. Die Operation des Dickdarmkrebses soll auch früh erfolgen, um Komplikationen wie Darmdurchbruch (Perforation) oder Darmverschluß (Ileus) vorzubeugen.

Tumornachsorge und Nachbehandlung
Die Bösartigkeit von Krebserkrankungen zeigt sich durch das Wiederauftreten der Erkrankung. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle nach einem Nachsorgeschema - alle 3 Monate im ersten Jahr - notwendig. Dabei werden Blutproben entnommen, Ultraschalluntersuchungen und Coloskopien durchgeführt.

Bei fortgeschrittener Tumorerkrankung kommt eine Chemotherapie zur Anwendung. Die Heilung kann dadurch um 20% gesteigert werden.

Weitere Informationen
Prim. Univ.-Prof. Dr. Albert Tuchmann, FACS
Vorstand der Chirurgischen Abt. am SMZ Floridsdorf
1010 Wien, Liebiggasse 4 / Top 12
Tel.: (01) 406 36 18
info@tuchmann.at

 

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