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Was sind Gallensteine?
Die Gallensteinerkrankung stellt derzeit das häufigste chirurgische Leiden dar. Gallensteine entstehen in erster Linie in der Gallenblase. Die Ursache der Steinentstehung ist eine Beweglichkeitsstörung (Trägheit) der Gallenblase.

Typische Beschwerden
Gallensteine können lange symptomlos bleiben. Andererseits können sie krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch mit Ausstrahlung in den Rücken rechts und in die rechte Schulter bewirken (Gallenkolik) oder lediglich unbestimmte Oberbauchschmerzen.

Komplikationen des einfachen Gallensteinleidens (nur Schmerzen) sind: Gallenblasenentzündung, Steinwanderung in den Gallengang und Gallengangsverschluss mit Gelbsucht, Gallenblasenkrebs, akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Leberschaden.

Asymptomatisches Gallensteinleiden (Gallensteine ohne Beschwerden): auch in diesem Stadium kann eine Operation ins Auge gefasst werden. Die relative Anzeigestellung zur Operation muss jedoch mit dem Patienten besprochen werden.

Diagnose
Die Diagnose "Gallensteine" kann in 95% der Fälle mit einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung gestellt werden. Weitere Untersuchungen sind Magnetresonanz-Cholangiographie oder intravenöse Cholangiographie (in Ausnahmefällen) zur Darstellung der Gallenwege, eventuell Computertomographie und Gastroskopie zur Abgrenzung von Magenerkrankungen, oder Coloskopie zur Abgrenzung von Dickdarmerkrankungen.

Behandlung
Beim symptomatischen Gallensteinleiden (Gallensteine mit Beschwerden) ist die Gallenblasenentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Cholecystektomie) die Behandlung der Wahl. Konservative (medikamentöse) und diätetische Behandlungen sind langfristig unwirksam. Auch die Gallensteinzertrümmerung (Lithotripsie) ist veraltet, da aufgrund der Beweglichkeitsstörung der Gallenblase die Steine zu einem hohen Prozentsatz wieder kommen.

Bei der laparoskopischen Cholecystektomie wird unter Zuhilfenahme eines Laparoskops (Instrument zur Bauchspiegelung), das mit einer Kamera und einem Farbmonitor verbunden ist, die Gallenblase mitsamt der Steine operativ entfernt. Bei Wahleingriffen ist das laparoskopische Vorgehen in 95% möglich, bei Akutoperationen und kompliziertem Gallensteinleiden sinkt die Möglichkeit der laparoskopischen Vorgangsweise auf 70%. In diesen Fällen muss die Gallenblase in selber Narkose mit Bauchschnitt entfernt werden. Hinsichtlich dieser Möglichkeit ist der Patient präoperativ aufzuklären. Die laparoskopische Cholecystektomie ist über vier Einstiche von 5-10mm Größe möglich. Sie erfolgt in Vollnarkose. Der postoperative Aufenthalt beträgt 2-3 Tage. Eine Woche nach der Operation können Beruf, Haushalt und Sport in den meisten Fällen wieder begonnen werden.

Gallengangssteine (Choledocholithiasis) bzw. Gallengangsverschluß mit Gelbsucht (Icterus) können mit Hilfe von ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopancreaticographie) bzw. endoskopischer Papillotomie behandelt werden: dabei wird die Einmündungsstelle des Gallenganges in den Zwölffingerdarm, nämlich die Papille, gespalten und die Gallensteine aus dem Gallengang herausgespült bzw. mit Instrumenten entfernt. Damit wird dem Patienten eine Operation erspart.

Nachbehandlung
Ein Leben ohne Gallenblase ist genauso gut möglich, da die in der Leber produzierte Galle über den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm befördert wird. Dem Patienten bleiben lediglich einige 3-4 mm lange Clips aus Edelmetall in der Bauchhöhle zurück, die den Ausführungsgang der Gallenblase und das entsprechende Blutgefäß verschließen. Diese Metallclips sind bei späteren Röntgenaufnahmen zu sehen.

Wir empfehlen nach laparoskopischer Cholecystektomie eine Woche Schonung. Eine besondere Diät ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen
Prim. Univ.-Prof. Dr. Albert Tuchmann, FACS
Vorstand der Chirurgischen Abt. am SMZ Floridsdorf
1010 Wien, Liebiggasse 4 / Top 12
Tel.: (01) 406 36 18
info@tuchmann.at

 

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