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Zwerchfellbruch, Hiatushernie und Refluxkrankheit
Die Refluxkrankheit ist in den letzten Jahren in den modernen Zivilisationsländern in Europa und Nordamerika stark angestiegen. Es handelt sich dabei um eine Schwäche des komplizierten Muskelapparates bzw. Verschlußmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen, sodass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann. Der Patient verspürt ein Brennen hinter dem Brustbein (Sodbrennen) bzw. ein Druckgefühl ebendort. In späteren Stadien kann es durch die dauernde Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut durch Säure auch zu Geschwüren, Blutung, Verengung (Stenose) und auch zur Krebsentstehung kommen.

Diagnose
Wichtig ist eine genaue Diagnostik, die nur mit der Magenspiegelung (Gastroskopie) möglich ist. Manchmal ist ein Magenröntgen notwendig, in späteren Stadien, vor allem vor einer Operation, auch eine Druck- und PH-Messung (Ösophagusmanometrie, 24-Stunden PH-Metrie).

Behandlung
Die Behandlung der Refluxkrankheit ist in erster Linie medikamentös, wobei moderne Tabletten, sogenannten Protonenpumpeninhibitoren, die Erkrankung heilen können, in zweiter Linie operativ (siehe unten).

In vielen Fällen entsteht ein sogenannter Barrettösophagus, d.h. die Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) ist durch Säure geschädigt worden. Diese Schädigung sieht der Arzt durch das Gastroskop als rötliche Verfärbung der Speiseröhrenschleimhaut, die im Normalfall weiß ist. Diese Schleimhaut (Barrett, Endobrachyösophagus) stellt ein Carcinomrisiko dar. Die Barrettschleimhaut muß behandelt (Argonbeamer, Laser, photodynamische Therapie) oder zumindest kontrolliert werden.

Operative Therapie
In allen Fällen eines großen Zwerchfellbruches (Paraösophagealhernie) oder eines Nichtansprechens der medikamentösen Therapie bei Refluxkrankheit empfiehlt sich die Operation. Der Eingriff kann laparoskopisch, also mit Hilfe der Bauchspiegelung ohne größeren Bauchschnitt durchgeführt werden. Die Operation hat den Zweck, den Zwerchfellbruch zu verschließen, andererseits den Verschlußmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen wiederherzustellen.

Die laporoskopische Operation (Hiatoplastik, Fundoplicatio) erfolgt in Vollnarkose.Die Bauchhöhle wird vorerst mit Gas aufgeblasen. In die Bauchhöhle werden 4-5 Sonden durch 1 cm große Hautschnitte eingebracht. Eine Sonde ist mit einer Optik und Fernsehkamera bestückt. Sie überträgt ein Fernsehbild aus der Bauchhöhle des Patienten. Die anderen Sonden tragen Instrumente, mit denen der Zwerchfellbruch vernäht wird. Außerdem wird der Verschluß zwischen Speiseröhre und Magen wieder hergestellt: dazu wird eine Magenwandmanschette um das Ende der Speiseröhre gewickelt und in dieser Position mit Nähten fixiert (Fundoplicatio). Die Manschette muß so fest zugezogen werden, dass einerseits das Schlucken anstandslos möglich ist, andererseits der Verschluß zwischen Magen und Speiseröhre gewährleistet ist und es nicht mehr zum Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre kommen kann.

Nachbehandlung
Der Patient kann nach 3-4 Tagen das Spital verlassen. Dieser Eingriff eignet sich hervorragend für Patienten, die eine medikamentöse Behandlung nicht mehr durchführen können oder wollen oder bei denen es trotz medikamentöser Behandlung nicht zur Heilung gekommen ist.

Weitere Informationen
Prim. Univ.-Prof. Dr. Albert Tuchmann, FACS
Vorstand der Chirurgischen Abt. am SMZ Floridsdorf
1010 Wien, Liebiggasse 4 / Top 12
Tel.: (01) 406 36 18
info@tuchmann.at

 

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